Das Waidbeet stand im Oktober wieder in voller Blätterpracht vor uns, so dass wir uns dazu entschlossen hatten noch einmal zu Färben, um diese Blattmasse nicht einfach ungenutzt entsorgen zu müssen. Außerdem hatten wir einige Meter Leinenstoff vom Ballen geschenkt bekommen. Dieses Leinengewebe sollte im nächsten Jahr beim Waidfest zum Einsatz kommen und die Tische dekorieren.

Zunächst wurden am 20. Oktober die Stücke zugerissen, bevor es an die Blätterernte ging. Die Ernte auf dem Waidbeet ergab am Folgetag, dem 21. Oktober 2018, so viele Blätter, dass zwei Küpen angesetzt werden konnten.

Bei herrlichstem Sonnenschein wurde der Waid gewaschen und Wasser zum Kochen gebracht.

Bis die Küpen bereitet waren verging der Nachmittag und in der Dämmerung konnte mit dem Färben begonnen werden.

Ein Probefärben hatte gezeigt, dass das Ergebnis für den Tischschmuck besser aussehen würde, wenn nicht gleichmäßig gefärbt wurde, sondern eher in einem Batikmuster gefärbt wurde. Knoten, Drehungen, Stricke und Knäuel ergaben entsprechende individuelle Muster. Trotzdem verging einige Zeit, bis die Farbe in der Küpe erschöpft war. Zum Weiterfärben war es allerdings schon zu spät, man konnte das Ergebnis im Schein der Lampen vom Museum, der nach draußen fiel nicht mehr richtig erkennen. Deshalb beendeten wir das Färben an diesem Tag, ließen die zweite Küpe abkühlen und hofften, dass das Sthehenlassen der Küpe sich nicht negativ auf das Färben auswirken würde.

Das Wetter und andere Termine forderten eine Pause von über einer Woche. Erst am 1. November konnte das zweite Färben in Angriff genommen werden. Wir waren gespannt.

Das Ergebnis zeigte uns, dass man die Küpe durchaus einige Tage stehen lassen kann. Es war kein Unterschied zu den Tüchern, die vor fast zwei Wochen gefärbt worden waren zu erkennen.