Im letzten Herbst hatten wir das Projekt Krappfärbung angestoßen. Die Krappwurzel war auch eine der am häufigsten zum Färben genutzte Pflanze schon in der Frühzeit. Es gab Textilfunde der Kelten, an denen zu erkennen war dass damals bereits mit Krapp gefärbt worden war. Um später damit herumexperimentieren zu können (mit Waid überfärben) sollte also Wolle rot gefärbt werden. Vor Jahren hatten wir bereits Birkenblättergelb mit Waid überfärbt und einen Grünton damit erhalten. Zuerst ging es darum Wolle zu beizen, damit sich die Schuppen der einzelnen Haare öffnen und so die Farbe besser eindringen kann. Unser Färbeprozess begann also am 9. Mai 2022 mit dem Beizen der Wolle.

Wir verwendeten dazu Alaun. Der Beizprozess zog sich bei uns einige Tage hin - wir ließen die Wolle einfach in der Flüssigkeit vor sich hin beizen.

Am 10. Mai, also am Tag darauf wurden die gehäckselten Krappwurzeln eingeweicht und kurz aufgekocht und dann für zwei Tage ziehen gelassen.

 

Der Sud wurde dann mit Tüchern gefiltert und der Satz des eingeweichten Krapps mit im Tuch fest verknotet und zu der zu färbenden Wolle in das Farbbad gegeben. Die Wolle wurde natürlich vorher aus der Beize genommen und ausgespült.

Das Ganze wurde dann auf etwa 75°C erhitzt und eine Stunde gefärbt und sich dann selbst überlassen. Das Ergebnis sah schon schön kräftig rot aus.

Das Ergebnis konnte sich einen Tag darauf sehen lassen - ein kräftiges Ziegelrot war entstanden. Die Wolle wurde gespült und dann mit Essigsäure fixiert. Nach Waschung und Trocknung hängen nun Stränge ziegelrot gefärbter Wolle im Museum und warten auf einen Blau-Überzug mit Waid.