Die 18. Hochstedter Museumsnacht fand am 28. Mai 2025 statt, wie immer am Vortag des Himmelfahrttages. Leider spielte das Wetter bei dieser Museumsnacht überhaupt nicht mit, denn 30 Minuten vor der Öffnung der Museumstüren zog ein stärkeres Gewitter über Hochstedt. Für die Bratwurstroste hatten wir vorsorglich einen Pavillon aufgebaut, der dann beinahe davongeflogen wäre. Kurz darauf beruhigte sich das Wetter und es kamen tatsächlich Besucher. Die Führungen dauerten bis in den späten Abend hinein, wobei in diesem Jahr besonderes Augenmerk auf historische nachgearbeitete Brettchenweberei gelegt wurde. Hierbei waren schon in der späten Bronzezeit mit Waid gefärbte Garne verwendet worden.
Bereits in den Vorjahren hatten wir den Bratwurstrost an die Straße gerückt, um so auch am Himmelfahrtstag noch Besucher in das Museum locken zu können. Das Wetter hatte sich im Vergleich zum Vortag vollkommen geändert, denn es herrschte herrlichster Sonnenschein und etliche Radfahrer waren unterwegs, die gern eine Wurst aßen und auch ins Museum wollten.
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Bei der 18. Hochstedter Museumsnacht gab es zum Auftakt ein spezielles Thema, bei dem es um Brettchenwebborten aus längst vergangenen Zeiten ging. Unter der Überschrift „Frühe Bänder mit Schuss und Kette“, waren solche Schüsse und Ketten gemeint, mit denen die Kelten vor etwa 2500 Jahren webten. Das Bild zeigt ein Muster nach einem historischen Fund aus einem alten Salzbergwerk bei Hallstatt in Österreich. Auch dieses Fragment eines Gewebes blieb, wie viele andere, wegen dem Salz im Stollen gut konserviert und überdauerte die Jahrtausende. Nach der Fundstelle wurde sogar eine ganze Zeitepoche benannt, die Hallstattzeit, welche die frühe Periode der Eisenzeit ist.

Die Kelten waren es, die Stoffe mit Borten verzierten, die sehr fein gewebt waren. Die hier abgebildete Borte war im Original 9 mm breit. Ein ähnliches anderes Fragment wurde (wie hier) mit einem Pferdehaar als Schussfaden gewebt wodurch es stabiler wurde. Im Museum kann man nachgewebte Borten aus der Zeit der Kelten sehen, die damals auch bereits recht farbig waren. Die blauen Fäden für Stoffe und Borten wurden damals mit Waid gefärbt, rote mit getrockneten Kermesläusen (Schildlaus) und gelbe mit Reseda oder anderen Pflanzen.
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